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20.08.2012, 17:29 Uhr | HW
"Wende Andritzki"
Neues Theaterstück zeigt das Leben und Sterben eines Priesters im KZ Dachau - Erstaufführung im Bistum Berlin
 Am ersten Septemberwochenende ist eine ganz besondere Theatergruppe zu Gast in Teltow und Kleinmachnow: Eine Kompagnie junger, katholischer Schüler und Studenten aus dem Bistum Dresden-Meißen wird das Theaterstück Wende Andritzki aufführen. In ihm wird das Ringen Alois Andritzkis, des sorbischen katholischen Priesters und Märtyrers, mit dem Nationalsozialismus dargestellt. In dem Drama geht es um den aufrechten Charakter und die geistige Reife Andritzkis gerade vor dem Widerspruch des damals herrschenden Gedankenguts. Die Ideologie der Nationalsozialisten, die zu jener Zeit auf breite gesellschaftliche Zustimmung stieß, trifft in dem Drama auf die Selbstverständlichkeit des Glaubens, wie sie von Andritzki gelebt und – durch seine sorbische Heimat – geprägt wurde.
 
Die jungen Leute aus dem Bistum Dresden-Meißen sind zu Gast in der katholischen Pfarrgemeinde Sanctissima Eucharistia in Teltow und Kleinmachnow. Der Kontakt entstand während des Taizé-Treffens zu Sylvester, als einige der beteiligten Jugendlichen mit ihrem Kaplan Adam R. Prokop in Ss. Eucharistia einquartiert wurden. Sehr schnell lernten die Brandenburger, dass Kaplan Prokop im Jahr zuvor das Drama Wende Andritzki geschrieben und mit den Jugendlichen am Vorabend der Seligsprechung Alois Andritzkis am 13. Juni 2011 in Dresden uraufgeführt hatte. Weitere Aufführungen erfolgten im sorbischen Teil des Bistums Dresden-Meißen. Nun also kommt das Ensemble mit dem Dramatiker und Regisseur Kaplan Prokop in das Erzbistum Berlin, um den außergewöhnlichen Priester-Märtyrer und Seligen Andritzki auch Brandenburgern und Berlinern näher zu bringen. 
 
Das Leben von Alois Andritzki lässt sich so skizzieren: Geboren 1914 in eine tiefreligiöse sorbische Familie studierte er Theologie und Philosophie. 1939 wurde er zum Priester geweiht. Er erhielt eine Kaplansstelle an der Katholischen Hofkirche zu Dresden und war zuständig für die Jugendseelsorge. Sportlich und unkonventionell, wie er war, war er vor allem bei der Jugend rasch sehr beliebt. Von Anfang an kritisierte er scharf die Verfolgung von Gläubigen sowie verschiedene ideologische Schriften der Nationalsozialisten. Nach mehreren Vorladungen und Verhören wurde Andritzki im Februar 1941 durch die Gestapo verhaftet und nach einer Verurteilung nach dem sog. „Heimtückegesetz“ im Konzentrationslager Dachau im „Pfarrerblock“ eingesperrt. Es folgte eine lange Zeit härtester Haftbedingungen, aber auch des unbeirrten Festhaltens an seinem Priestertum und einer christlichen Lebenshaltung. Schließlich erkrankte Andritzki an Typhus und wurde am 3. Februar 1943 durch eine Giftspritze ermordet.
 
 
Aufführungen:
 
Sonnabend, 1. September 2012,
19 Uhr
Pfarrkirche Ss. Eucharistia,
Ruhlsdorfer Straße 28, Teltow
 
und
 
Sonntag, 2. September 2012,
16 Uhr,
Kirche St. Thomas Morus
Hohe Kiefer 113, Kleinmachnow
 
Der Eintritt ist frei. Um eine Spende wird gebeten.
 
 
Weitere Infos:
http://www.andritzki.de/
http://www.bistum-dresden-meissen.de/front_content.php?idcat=1662
 
Kleinmachnow Katholische Kirche Hohe Kiefer 113 02.09.2012 16 Uhr -  

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