CDU Gemeindeverband Kleinmachnow
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28.11.2005, 15:29 Uhr | Die WELT
Unbemerkt von den großen Ereignissen
Unbemerkt von den großen Ereignissen der vergangenen Woche gab es zwei kleine, die mir ebenfalls wichtig sind. Am 23. November hat man Artur Wild in Erfurt begraben. Pfarrer Wild war keiner der ganz großen Namen der Wendezeit. Aber er war einer der Tapfersten.
Am Morgen jenes alles entscheidenden Friedensgebets in der Erfurter Kaufmännerkirche hat er sich von seiner Familie verabschiedet. Denn er wußte, gegenüber in der Erfurter Hauptpost lag die kasernierte Volkspolizei mit scharfer Munition. Artur Wild war ein sanfter, zierlicher Mann. Und als er die Kirche nach dem Gebet wieder verließ, wich die Staatsmacht für alle sichtbar vor ihm zurück. Wann immer das Wort von der friedlichen Revolution fällt, sehe ich das Gesicht von Pfarrer Wild. Und noch ein Name fiel in dieser Woche. Der kleine CDU-Ortsverein von Kleinmachnow bei Berlin verabschiedete seinen Vorsitzenden Maximilian Tauscher. Die örtlichen Funktionäre dankten ihm für 15 Jahre Parteiarbeit. Sie hätten ihm für etwas ganz anderes danken müssen. Für sein wahres Leben mitten im falschen. Tontechniker war er in Babelsberg gewesen, eine Nischenexistenz im real existierenden Sozialismus. Als zum ersten Mal nach der Wende die Sternsinger wieder durch seinen Ort zogen, hatte der gläubige Katholik Tränen in den Augen. Den letzten Sternsingerumzug Jahrzehnte davor hatte die SED von der Straße gedrängt.